November 2002 > mehr können > Erasmus Teil 2
 
Studieren in Europa mit Erasmus - Teil 2
Von Regina Kogler
 
Wer kann am Erasmus-Programm teilnehmen?
Im Prinzip gibt es nur wenige Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen:
  • Sie sind Staatsangehörige der am Programm beteiligten Länder (siehe Teil1), sogenannter Bildungsinländer oder anerkannt als Asylberechtigte oder Staatenlose.
  • Sie sind an einer deutschen Hochschule (voll) immatrikuliert (einschließlich Promotion).
  • Sie haben mindestens das erste Studienjahr abgeschlossen.

Leistungsnachweise oder ein Nachweis der "persönlichen Eignung", wie sie bei diversen Stipendien vorgelegt werden müssen, sind nicht notwendig.

Die Ansprechpartner für Studierende und Dozenten sind Mitarbeiter der Akademischen Auslandsämter (Sokrates-Koordinatoren, siehe rechts) und sogenannte Programmbeauftragte/Sokratesbeauftragte in den Fachbereichen der Hochschulen.
Sie informieren, beraten, wählen die Studierenden für das Erasmus-Programm aus, betreuen die Erasmus-Studierenden und übernehmen die organisatorische/administrative Abwicklung. Zusammen mit dem Programmbeauftragten wird ein persönliches Studienprogramm erstellt, in dem zum Beispiel schriftlich festgelegt wird, welche Studienleistungen anerkannt werden können.

Wie der Ablauf im Detail organisiert ist, hängt u.a. von den Kapazitäten der Akademischen Auslandsämter ab und variiert von Hochschule zu Hochschule. Wenn Sie Studentin der TU München sind, wenden Sie sich von Anfang an direkt an die sogenannten Erasmus/Sokrates-Beauftragten innerhalb Ihres Fachbereiches.
In der Regel wird auch die Einschreibung an der ausländischen Partnerfakultät komplett über den Programmbeauftragten abgewickelt. Die Akademische Auslandsstelle übernimmt in Kooperation mit den Fachbereichen die Abwicklung der Förderformalitäten.

An der LMU und an der FH München sieht dies etwas anders aus. Erstinformation und Beratung läuft hier schwerpunktmäßig über das Akademische Auslandsamt. Die entsprechenden fachlichen "Sokrates-Beauftragen" in den Fakultäten beschränken sich im wesentlichen auf die Auswahl der Bewerber und fachliche Betreuung.

Die finanziellen Förderung durch ein "Mobilitätsstipendium" fällt mit durchschnittlich 100 Euro pro Monat niedrig aus. Nach Auskunft von Christine Tauch, SOKRATES-Koordinatorin an der FH München, wird der Zuschuss auch eher weniger als mehr, weil die Zahl der Bewerber tendenziell zunimmt.
Den Erasmus-Mobilitätszuschuss können Sie nur einmal erhalten. Parallel dazu können Sie jedoch weitere Stipendien beantragen. Auch für Nicht-BAföG-Empfänger lohnt es sich, für einen längeren Auslandsaufenthalt die Möglichkeit eines Auslands-BAföGs zu prüfen.
Laut Hendrik Fehr, Abteilungsleiter im Europäischen Rechnungshof, (Interview im Deutschlandradio 19.10.02) können die niedrigen Zuschüsse zu einer sozialen Schichtung führen. Die Höhe der Stipendien würde in vielen Fällen nicht ausreichen, den Lebensunterhalt eines Studenten, der ein halbes oder ein Jahr im Ausland studiert, zu finanzieren.

Jeder Auslandsaufenthalt bringt mehr, wenn die Sprache gut beherrscht wird. Für eine Bewerbung müssen in der Regel jedoch keine Sprachkenntnisse nachgewiesen werden. Viele Partnerhochschulen bieten vor Semesterbeginn Intensivkurse oder semesterbegleitende Kurse an. Für einige Länder werden im Rahmen von Erasmus spezielle Sprachkurse angeboten. Erkundigen Sie sich, ob Sie einen Zuschuss für einen Sprachkurs bekommen können.

Es ist wichtig zu wissen, dass nicht nur an britischen oder irischen, sondern zum Beispiel auch an nordischen oder mittel- und osteuropäischen Hochschulen englischsprachige Vorlesungen angeboten werden.

Welches Studienjahr für einen Auslandsaufenthalt am sinnvollsten sind, kann nicht pauschal beurteilt werden. Fachlich ist es sicher interessanter, in einem höheren Semester an eine ausländische Hochschule zu gehen. Es hängt ganz vom Motiv des einzelnen ab. Manche Professoren setzen ein abgeschlossenes Grundstudium/Vordiplom voraus.

Es ist sinnvoll eine Vorlaufzeit von etwa 1 bis 1 1/2 Jahren einzuplanen, bis das Auslandssemester angetreten wird.
Wenn die eigenen Vorstellungen von Land, Hochschule, Studieninhalt bereits klar sind, geht es natürlich auch schneller. Auf alle Fälle müssen aber Bewerbungsfristen beachtet werden. An der TU München ist der Anmeldezeitraum für ein Auslandsstudium im Wintersemester 2003 zum Beispiel Januar/Februar 2003. An anderen Hochschulen ist es ähnlich. Einheitliche Regelungen gibt es hier nicht. Es hängt nicht nur von den einzelnen Fachbereichen ab, sondern auch von den Bewerbungsfristen der ausländischen Partnerhochschulen. Erkundigen Sie sich daher rechtzeitig nach den Terminen.

In welcher Form und wie umfangreich die Bewerbung abgegeben werden muss und nach welchen Kriterien die Bewerber letztendlich für das Programm ausgewählt werden, bleibt der Heimathochschule überlassen und hängt von den jeweiligen Fakultäten/Professoren ab.

"Wir finden für alle eine Möglichkeit" so die SOKRATES-Koordinatorin an der TU München, Simone Fröhlich. Also dann, nichts wie los...
 

Ansprechpartner/Quellen
Akademische Auslandsämter: Adressen

FH München
Akademisches Auslandsamt
Sokrates-Koordinatorin: Christine Tauch

LMU München
Akademisches Auslandsamt
Kontakt: auslandsamt@ verwaltung.uni-muenchen.de

TU München Internationales Zentrum und Studienberatung (IZS)
Sokrates-Koordinatorin: Simone Froehlich Informationen über das Erasmus-Programm

Weitere Infos bei
Fachschaften, Studentenorganisationen
AEGEE, AIESEC, BEST, IAESTE , ESIB
Berufsverbänden, Business-Netzwerken

Erasmus Student Network - ESN unterstützt Studierende, die im Ausland studieren oder ein Auslandsjahr planen,
ESN Deutschland

MESA - Vereinigung Münchner Erasmus-Studenten

TUMI - Treffpunkt für internationale und deutsche Studierende: TUMinternational

Weitere Links finden Sie im Teil 1.

Vormerken
15. Januar 2003: SOKRATES Action Day an der TU München
Autorin
Regina Kogler
Kontakt: regina.kogler@ mediella.de