September 2003 > mehr wissen > Siemens-Forum
 
Das Siemens-Forum - Entdecke die multimediale Zukunft
Von Julia Emmert
 
Betritt man die Ausstellung, so dröhnt es einem aus mindestens zehn Lautsprechern entgegen. Bunte Lichter flimmern an allen Ecken und Enden. Fast könnte man meinen, man sei schon in der Zukunft angekommen, dabei beginnt jede Abteilung des Siemens-Forums erst einmal mit einem Blick in die Vergangenheit.

Alles begann 1906, als zum Gedenken des 100-jährigen Firmenjubiläums in Berlin eine "Gedächtnisausstellung" konzipiert wurde. Damals standen vor allem Unternehmens- und Familiengeschichte im Vordergrund. Das Publikum setzte sich aus Geschäftsfreunden, Kunden und Mitarbeitern zusammen. Erst 1937 wurde das Museum dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit dem Umzug der Firma 1954 von Berlin nach München wurde auch das Firmenmuseum hierher verlegt.

Doch eine Umorientierung in Richtung Besucherfreundlichkeit erfolgte erst in den 80er Jahren. Man orientierte sich nun weniger an den Fachleuten, sondern versuchte, den interessierten Laien anzusprechen. Zu dieser Zeit wurden daher auch die Sonderausstellungen ins Leben gerufen. Fortan wendete man sich immer mehr der Jugend zu, um deren vermeintliche Technikfeindlichkeit abzubauen. Im Zuge dieser Verjüngung wurde das Museum im Jahre 1993 auch in Siemens-Forum umbenannt. 1999 ist das Forum dann in ein neues Gebäude, von der Prannenstraße an den Oskar-von-Miller-Ring 20 umgezogen. Die Dauerausstellung hat hier nun 550m² zur Verfügung; Gegenwart und Zukunft, nicht mehr Vergangenheit stehen nun im Vordergrund der Ausstellungen.

Eine kleine Einführung in das Forum bekommt man im 1. UG durch eine Multimediashow. Technisch ist diese wirklich sehenswert, jedoch steht die Firmenphilosophie im Vordergrund, so dass der Werbecharakter deutlich hervortritt. Natürlich ist dieser auch die ganze Ausstellung hindurch mehr oder minder zu spüren.

Die Dauerausstellung gliedert sich in sieben Bereiche, die immer durch viele multimediale und interaktive Präsentationstechniken unterstützt werden. Der erste Bereich trägt den viel versprechenden Namen "Impulse setzen - Zukunft gestalten". Hier wird die Firmengeschichte den Besuchern vor allem durch Videoclips näher gebracht. Für diejenigen, die sich für die Entwicklung der modernen Technik interessieren, lohnt es sich sicherlich, sich den einen oder andern Clip anzusehen.

Auch in der nächsten Abteilung "Verbindungen herstellen" beginnt die Reise in der Vergangenheit: So wurde 1847 von Werner von Siemens der erste Zeigertelegraph entwickelt. Doch sie führt schnell weiter in die Zukunft, zu Computern ohne Maus, Tastatur und Bildschirm, zu intelligenten IT-Services und andern technischen Innovationen, die möglicherweise unser Leben entscheidend mitbestimmen werden.

Weiter geht es über den Bereich "Energie bereitstellen", in der man die ökonomische Energieverteilung durch ein Computerspiel selbst simulieren kann, zu "Verantwortlich wirtschaften" und "Mobilität ermöglichen".
Der vorletzte Bereich steht unter dem Namen "Menschen helfen". Hier bekommt die Besucherin vor allem Einblick in die moderne Medizintechnik. So kann man beispielsweise an einer dreidimensionalen PC-Simulation die Tiefen des menschlichen Körpers erforschen.
Die Dauerausstellung schließt ab mit der "Designausstellung - the face of innovation", in welcher das Design unterschiedlicher alter und neuer Siemens Produkte vorgestellt wird.

Zusätzlich zu dieser, nicht zu umfangreichen, aber informativen Dauerausstellung, finden regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen statt.
Vom 10.06. - 02.11.2003 handelt es sich um "Move on! Der bewegte Mensch", in welcher die Entwicklung der Fortbewegungsmittel von der Antike bis in die Zukunft behandelt wird. Auch hier strotzt die Ausstellungsfläche nur so vor multimedialen Elementen wie interaktiven Computerspielen, Videoclips und Simulationen.

Ergänzt werden die Ausstellungen durch Veranstaltungen. Während die Ausstellungen mehr ein breiteres technisch interessiertes Publikum ansprechen, richten sich die Veranstaltungen vor allem an ein gesellschaftspolitisch interessiertes Fachpublikum. In Diskussionen und Vorträgen soll die Thematik der Sonderausstellungen vertieft werden. Anmelden kann man sich hierfür auf der Homepage des Forums.

Doch wer nur einen Einblick in die Welt der (Siemens-) Technik werfen will, sei es in die Vergangenheit, oder in die Zukunft, der kann einfach einmal durch das Museum schlendern. Allerdings sollte man sich wegen der Reizüberflutung nicht zu sehr von allen multimedialen Angeboten hinreißen lassen.
Den Besuch des Siemens-Forum kann man im Cafe "Da Pino" mit einem schönen Ausblick über die Dächer Münchens abschließen.
 

Details
»   Anschrift
Oskar-von-Miller-Ring 20
80333 München
Tel.: 089.6 36-3 26 60
Internet: www.siemensforum.de
E-Mail: siemensforum@ mchw.siemens.de
 
» Öffnungszeiten
So.-Fr.: 09:00-17:00, jeden 1. Di. im Monat 09:00-21:00.
Abendführung um 19:00,
Matineeführung So. 11:00.
Weihnachten und Silvester/Neujahr geschlossen, ebenso über Ostern und Pfingsten.

Eintritt frei.
 

» Führungen
Andrée Michel
Tel.: 089.6 36-3 26 65
E-Mail: Andree.Michel@ siemens.com
Autorin
Julia Emmert, Studentin der Kommunikationswissenschaft an der LMU.
Kontakt: juliaemmert@ yahoo.com