August 2005 > mehr verdienen > Selbstmotivation
 
Selbstmotivation
Von Annette Wachowski
 
Engagement im Job ist kein Problem solange alles klappt: Interessante Projekte, eine Aufgabe, die einen fordert ohne zu überfordern, nette Kunden, Feedback von Auftraggebern oder Vorgesetzten, gute Bezahlung, ein realistisches Ziel vor Augen und so weiter. Problematisch wird es mit der Selbstmotivation, wenn es irgendwo hakt, man eine ungeliebte Aufgabe erfüllen muss oder das Chaos einen fest im Griff hat und man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht.

Standortbestimmung
Wenn Sie in ein Motivationsloch stürzen und sich jeden Morgen schwerer dazu aufraffen können, Ihre Arbeit zu tun – geschweige denn, sie mit Freude zu tun - ist das die Gelegenheit, innezuhalten, Zwischenbilanz zu ziehen und die Gründe näher zu erforschen. Haben sich Ihre Ziele geändert oder haben Sie sie aus den Augen verloren und sind deshalb nicht mehr motiviert? Was hat sich gegenüber früher geändert? Nutzen Sie diese Gelegenheit zur Standortbestimmung.

Das Positive im Blick behalten
Wenn Sie ein Projekt trotz Unlust zuende bringen müssen, halten Sie sich die positiven Seiten vor Augen, und die gibt es sicher. Und sei es nur, dass Sie am Ende des Projektes eine Rechnung stellen können, dafür arbeiten Sie ja schließlich (auch). Und wenn Sie sich verkalkuliert haben und deswegen demotiviert sind, so sind Sie wenigstens um eine Erfahrung reicher, aus der Sie auch noch etwas lernen können.
Wenn das Materielle als Antrieb nicht hilft, dann suchen Sie sich Punkte, über die Sie sich freuen können, z.B. die Autofahrt durch die schöne Landschaft, wenn Sie zu einem unangenehmen Kunden fahren.

Abwechslung reinbringen
Handelt es sich um eine leichtere Form des Motivationsverlustes, zum Beispiel, weil Sie sich nicht dazu aufraffen können, die ungeliebte Buchhaltung oder langweilige Routinetätigkeiten zu machen oder weil Sie sich nicht dazu durchringen können, zum Telefon zu greifen, um Akquiseanrufe zu machen, können Sie leicht für Abhilfe sorgen. Lockern Sie Routinetätigkeiten auf, entweder indem Sie dazu Musik hören oder farbiges Papier oder bunte Büroklammern verwenden. Stellen Sie ein schönes Foto in Ihr Sichtfeld auf, wenn Sie ein ungeliebte Tätigkeit verrichten müssen. Natürlich bleibt die Arbeit die Gleiche, aber Sie sind vielleicht positiver gestimmt dabei und sie geht Ihnen leichter von der Hand.

Erfolge feiern
Motivation hat sehr viel mit der eigenen Einstellung zu tun. Viele machen sich und ihre Motivation zu sehr von anderen oder vom Außen abhängig. Wer sich seine Motivation zum Großteil über das positive Feedback von anderen holt, schnurrt zusammen wie ein Luftballon, in den man eine Nadel gepiekst hat, wenn diese Anerkennung von außen ausbleibt.

Darum ist vielleicht das wichtigste, das Sie überhaupt tun können um sich zu motivieren, Ihre Erfolge zu sehen und sie zu feiern. Ein Erfolg ist nicht nur der hart erkämpfte Auftrag, der mit knallenden Champagnerkorken gefeiert wird. Nein, ein Erfolg kann auch die abgegebene Umsatzsteuererklärung sein oder das Akquisetelefonat, das Überwindung gekostet hat. Sie brauchen deswegen nicht zur Alkoholikerin werden, aber sich selbst belohnen sollten Sie – indem Sie sich selbst loben, mit einer kleinen Pause, mit einem Privattelefonat, ... Ihnen wird schon etwas einfallen. Hauptsache, Sie lassen es nicht unter den Tisch fallen. Wenn Sie selbst zu schätzen wissen, was Sie geschafft haben, werden Sie auch unabhängiger von der Anerkennung anderer.

Mach' mal Pause
Mangelnde Motivation kann auch ein Zeichen von Erschöpfung sein. Besonders den Selbständigen sei es dringendst empfohlen, ab und zu eine Auszeit einzuplanen. Optimal ist natürlich ein richtiger Urlaub, mindestens 14 Tage am Stück. Viele Selbständige haben viele plausible Gründe, das nicht zu machen; ihrer Gesundheit zuliebe sollten sie es tun. Und wenn ein richtiger Urlaub aus welchen Gründen auch immer gar nicht drin ist, sollten Sie sich wenigstens ab und zu einen halben oder ganzen Tag Entspannung gönnen (Handys und Computer kann man tatsächlich ausschalten) und nicht mal an die Arbeit denken.

Den Blickwinkel ändern
Wenn Sie wie gelähmt an Ihrem Schreibtisch sitzen und sich zu nichts aufraffen können, kann es hilfreich sein, den Blickwinkel zu verändern. Hier die Tipps aus der mediella-Redaktion dazu:

Der ausgefallenste Vorschlag kommt von Florence Maurice: Stellen Sie sich auf Ihren Schreibtisch und betrachten Sie ihn mal aus dieser ungewohnten Perspektive. Wenn Sie sich dann wieder normal an den Schreibtisch setzen, sieht er ganz anders aus als vorher. Probieren Sie es mal.
Regina Kogler hilft ihr Bürotrampolin. Einmal kurz durchgeschüttelt, können sich die Gehirnzellen entkrampfen und neu ordnen.
Für jemand, der keinen stabilen Schreibtisch oder gerade kein Trampolin zur Hand hat, tut's vielleicht auch ein strammer zwanzigminütiger Spaziergang an der frischen Luft. Das bringt einen auf neue Gedanken und pumpt frischen Sauerstoff ins Gehirn.

Vielleicht bringt Sie das ja auch zu einem grundsätzlichen Perspektivwechsel und aus dem Motivationsloch entwickelt sich etwas ganz Neues. Grundsätzlich beinhaltet jede negative Situation eine Chance. Und vielleicht ist es in manch einer Situation nicht angebracht, sich auf Teufel komm raus zu motivieren, sondern zu erkennen, dass es Zeit ist etwas Grundlegendes zu verändern. Oder Sie besinnen sich auf Ihre ursprünglichen Ziele bzw. definieren neue und können sich neu motiviert auf den Weg machen.

Linktipps

„10 Tipps, sich selbst zu motivieren“ bei www.zeitzuleben.de
„Routineaufgaben spielerisch erledigen“ bei www.selbstmarketing.de

Ein Tipp für die Telefonakquise:
Telefonate sind „unsichtbar“. Um Ihre Arbeit und Ihren Erfolg greifbar zu machen, verwenden Sie verschiedenfarbige Holzperlen, die Sie nach jedem Telefonat in ein Glas werfen: Die Telefonate, die ergebnislos geblieben sind, in einer Farbe, die Telefonate, bei denen der Gesprächspartner Interesse bekundet hat in einer anderen und die Telefonate, bei denen ein Termin oder die Abgabe eines Angebotes herausgekommen ist mit besonders dicken Perlen, Sternchen oder Herzchen.
Vielen Dank für diesen Tipp an Elisabeth Maser von fit4call.

Autorin
Annette Wachowski
Kontakt: annette.wachowski@ mediella.de