August 2004 > weniger arbeiten > Kreative Freizeitgestaltung
 

Hand oder Kopf?

Von Katja Schwarz
 
Egal, ob man lieber mit den Händen werkelt oder eher ein kontemplativer Typ ist – es ist wichtig, sich regelmäßig Freiraum zu verschaffen, um Gedanken und Gefühlen freien Lauf zu lassen und seine Wahrnehmung neu auszurichten. Denn Kreativität hat viel damit zu tun, die Umwelt immer wieder neu wahrzunehmen, gewohnte Denkmuster zu verlassen und neue Zusammenhänge herzustellen. Auch und besonders in der Freizeit kann man einen anderen Umgang mit den Ereignissen des täglichen Lebens finden – das muss sich nicht gleich materiell in „künstlerischer“ Arbeit äußern, sondern wirkt sich zuerst aufs Gefühlsleben aus: Wir werden spontaner, ausgeglichener und fühlen uns lebendig.

Ideen entwickeln

Eine der ersten Anlaufstellen für eine kreative Freizeitgestaltung ist sicher die Münchner Volkshochschule.
Von Literatur und Theater über Tanz und Musik bis zu Zeichnen, Malen, Fotografie und Film etc. reicht das Spektrum an Kursen, Seminaren und Workshops. Dabei hat sich die MVHS das „lebensbegleitende Lernen“ nicht nur in Bezug auf Kreativität und Kultur auf die Fahnen geschrieben – sie bietet ganz allgemein ein breit gefächertes Bildungsangebot für alle Bevölkerungsgruppen und Altersstufen.
Das Herbstprogramm 2004/2005 erscheint Ende August. Die Anmeldung beginnt am 11. September und wird bis zum Ende des Semesters fortgesetzt.

Dinge anders angehen

Kreativität kann man jedoch auch täglich in wiederkehrenden – und manchmal belastenden – Alltagssituationen beweisen. Wer beispielsweise spontaner reagieren, neue Verhaltens- und Sichtweisen trainieren oder Konflikte mit Humor bewältigen möchte, kann durch das Erlernen von Improvisationstechniken verschüttete Potentiale freilegen.

Die Improschule des Münchner fastfood theaters vermittelt in einem dreistufigen Kurssystem die Kunst der Improvisation. Die Schauspieler, die viel Wert auf Spaß und den kreativen Prozess legen, trainieren mit den Teilnehmern vor allem Wahrnehmung, Offenheit, Kommunikations- und Teamfähigkeit wie auch die Lust am Risiko – beste Voraussetzungen, um sich etwas freier im Rahmen der gesellschaftlichen Konventionen zu bewegen.

Die Perspektive wechseln

Einen Perspektivwechsel verspricht auch ein unkonventioneller Urlaub. Der Aufenthalt in einem Workcamp eröffnet jungen und jung gebliebenen Menschen vollkommen neue Einblicke in andere Kulturen und Lebensstile, noch dazu arbeitet man an gemeinnützigen Projekten, die einen sinnvollen Beitrag zu einer besseren Umwelt leisten.

Diejenigen, die sich der eher jugendlichen Zielgruppe entwachsen fühlen, müssen dennoch nicht tatenlos am Strand liegen. Viele Reiseanbieter haben inzwischen Reiseideen und –konzepte entwickelt, die auch soziale und ökologische Belange im Auge behalten.
Zum Beispiel das forumandersreisen e.V.: Der Verband kleiner und mittelständischer Reiseveranstalter, die einen sanften und nachhaltigen Tourismus als gemeinsames Ziel formuliert haben, offeriert eine fantasievolle Auswahl, darunter ganzheitliche Ferienkurse mit Meditation und Vollwertkost oder günstige Reisen mit landestypischer Verpflegung und kleinen, naturnahen Unterkünften.

Neugier bewahren

Wer in München bleibt, kann einen freien Tag dazu nutzen, einen neuen Blick auf die Stadt zu werfen. Indem man mit Bus, Tram oder U-Bahn in einen Stadtteil fährt, in welchem man sich sonst nicht aufhält, und dort mit offenen Augen durch die Straßen streift. Oder indem man eine Stadtführung mitmacht, die wohlbekannte Wege unter einem ganz speziellen Aspekt beleuchtet. Zu Fuß oder mit dem Rad, von Hexenverfolgung über Feng Shui bis zur Schwabinger Bohème – manche Anbieter haben auch Spaziergänge zum Thema „München in den 20ern und im Dritten Reich“ und Führungen im KZ Dachau im Programm.

Aktuelle Münchner Bauvorhaben und Projekte thematisiert die Informationsstelle zur Stadtentwicklung „PlanTreff“ in Führungen und Veranstaltungen; im Rahmen der Zweiten Architekturwoche fand beispielsweise eine Radtour mit der Stadtbaurätin Frau Prof. Thalgott statt.
Wiesnfans sei ein Spaziergang über die Theresienwiese während der Aufbauphase empfohlen. Schon seit Mitte Juli wird dort an den Fundamenten und Holzgerüsten gearbeitet – die Gerippe der riesigen Zelte auf dem leeren Gelände bilden einen interessanten Kontrast zu dem Gewimmel, das ab dem 18. September stattfinden wird.

Alltag verwandeln

Jeder Mensch muss sich der täglichen Nahrungsaufnahme stellen, sei es mit Käsebrot, Tiefkühlpizza oder frisch zubereiteter Vollwertkost. Auch wenn es oft schnell gehen muss und/oder frau nach einem anstrengenden Arbeitstag keine Lust auf aufwändige Aktionen hat – ein Blick über den Tellerrand beschert ungewohnte Genüsse und regt vielleicht dazu an, öfter mal etwas Neues in den Einkaufswagen zu legen oder ein seltenes Gericht auszuprobieren.

Als Inspiration kann eine der populären Kochsendungen oder eines der vielen Kochbücher von Alfred Biolek bis Jamie Oliver dienen.
Wem das zu theoretisch ist, der absolviert einen Kochkurs. In München kann man das ganz exklusiv bei Herrn Schuhbeck oder dem Tantris-Koch Hans Haas tun – wer es solider (und günstiger) mag, schaut sich das Angebot der Volkshochschule an oder geht zur „Kochschule Wirtschaftswunder“ im Café Kubitscheck.

Münchner Volkshochschule

Zentrale: Gasteig, Kellerstraße 6, Eingang Rosenheimer Straße 5
www.mvhs.de
Herbstprogramm ab Ende August, Anmeldung ab 11.09.04
Inzwischen ist auch eine Online-Anmeldung möglich – Achtung: Testbetrieb!

Improschule

fastfood theater e.V. Häberlstraße 20
www.fastfood- theater.de

Fortlaufende Kurse I-III à 10 Doppelstunden, Kosten jeweils EUR 155

Anders reisen

Workcamps
Webadressen der Organisationen, die Workcamps anbieten, findet man unter www.workcamps.de

Beim Einstieg hilft das Buch von Georg Beckmann: Jobben weltweit. Arbeiten und Helfen. Tausende von Jobmöglichkeiten.
Interconnections Verlag 2004.
ISBN: 3-86040-002-9.
EUR 15,90
Direkt bei libri.de bestellen

Nachhaltiger Tourismus
Einige Reisen von Verbandsmitgliedern des forum anders reisen sind mit einem Touristikpreis von GeoSaison ausgezeichnet worden. www.forumanders reisen.de

München erkunden

Eine erste Übersicht über die Anbieter von Stadtführungen findet man auf den Webseiten der Stadt München www.muenchen.de
Hier sind auch die Veranstaltungen der Informationsstelle zur Stadtentwicklung PlanTreff
verzeichnet

Kochkurse

Schuhbecks Kochschule hat z.B. einen After-Work-Kurs zum Ausprobieren im Programm. Kursgebühr ab ca. EUR 180,-
Info und Anmeldung unter www.schuhbeck.de

Hans Haas bietet in Tages-Kochkursen die Zubereitung eines 5-gängigen Menüs an.
Kurs von 09:00-16:00 für EUR 380,-
Mehr unter www.hans-haas.de

Hard-Rock-Cooking oder Freestyle Crossover lernt man bei Profi-Köchen während der Kochkurse im Café Kubitscheck,
Kursgebühr ab ca. EUR 100,-
Infos unter www.kochschule- wirtschaftswunder.de

Autorin

Katja Schwarz
Kontakt: katja.schwarz@ mediella.de