Juli 2003 > mehr verdienen > Selbstmarketing - Idee 2
 
Die Präsentation Ihrer Idee
Von Annette Wachowski
 
1. Schriftlich
Wenn Sie Ihre Idee schriftlich vorlegen sollen oder wollen, haben Sie mit dem in Schritt 3 erstellten Leitfaden (siehe dazu Teil 1) schon eine gute Gliederung. Wir können hier nicht ausführlich darauf eingehen, wie Sie gute Schriftstücke verfassen, aber wenn Sie sich an folgende Tipps halten, sind Sie auf dem richtigen Weg:
  • Formulieren Sie kurz und knackig; verwenden Sie keine Bandwurmsätze, die außerdem noch mit Fremdwörtern gespickt sind.
  • Gliedern Sie Ihren Text übersichtlich mit Hilfe von Überschriften und Absätzen; jeder neue Gedanke bekommt einen eigenen Absatz; denken Sie an die Seitennummerierung.
  • Seien Sie bei der Verwendung von Schriftarten nicht zu kreativ: Verwenden Sie eine einfache, gut zu lesende Schriftart für den Fließtext und notfalls eine weitere für die Überschriften.
  • Lassen Sie den Text vor der Abgabe unbedingt von einem Dritten Korrektur lesen - die Erfahrung zeigt, dass die Schreiberin ihre eigenen Fehler gar nicht sieht.

2. Mündlich
Häufiger wird es wahrscheinlich vorkommen, dass Sie Ihre Idee in einem Meeting oder Gespräch mündlich vorstellen.

Technische Hilfsmittel
Entscheiden Sie, welches Medium Sie und Ihre Präsentation am besten unterstützt, falls Sie überhaupt Hilfsmittel benötigen: Im Zweiergespräch mit Ihrer Vorgesetzten ist eine multimediale Präsentation mit allen Schikanen vielleicht etwas überdimensioniert.

Die meisten greifen heute, ohne weiter darüber nachzudenken, zum Laptop und zu Powerpoint - das ist aber nicht immer nötig. Vielleicht reicht es ja völlig, dass Sie auf einem Flipchart oder einer Tafel handschriftlich Ihre Gliederungspunkte notieren, damit Ihr Publikum jederzeit weiß, in welchem Teil Ihres Vortrages Sie sich gerade befinden.
Ein Nachteil von Overhead, Beamer und Co. ist, dass Sie in den meisten Fällen den Raum abdunkeln müssen, und das führt schnell zu mangelnder Konzentration und Schläfrigkeit bei Ihren Zuhörern.

Falls Sie mit Powerpoint oder Folien arbeiten möchten, sollten Sie die folgenden Punkte beherzigen:

  • ausreichend große Schriftart verwenden (mindestens 14 pt)
  • keine Experimente mit der Schrift: möglichst wenige, klare, gut lesbare Schriftarten verwenden
  • nur Stichpunkte aufschreiben, keine ganzen Sätze formulieren
  • maximal sieben Punkte auf eine Folie schreiben, wenigstens drei
  • pro Punkt nur einen Gedanken formulieren

Wenn Sie mit multimedialer Unterstützung arbeiten wollen, machen Sie vorher einen Testlauf, ob Beamer und Laptop sich auch "verstehen" oder der Overhead-Projektor wirklich funktioniert.

Skript oder nicht?
Sie sollten Ihren Vortrag keinesfalls vorher wortwörtlich ausformulieren und dann ablesen. Die Gefahr ist zu groß, dass Sie mit den Augen am Text kleben und nicht den Kontakt zum Publikum suchen. Außerdem wirken Sie so viel zu verkrampft und nehmen sich und den anderen die Chance zur Spontaneität.

Auch ganz schlecht: den Text der Powerpoint-Präsentation, falls Sie eine gemacht haben, einfach ablesen. Ihr Publikum kann schließlich selbst lesen. Die Stichworte auf dem Flipchart oder auf der Leinwand sollen nur unterstützend für Ihre Worte sein.

Das Beste ist, Sie nehmen Karteikarten und schreiben in großer Schrift deutlich Ihre Stichpunkte - und nur Stichpunkte - auf. Beschriften Sie die Karten nur auf einer Seite und nummerieren sie; falls Ihnen die Karten herunterfallen, finden Sie die Reihenfolge so schnell wieder. DIN A4-Zettel eignen sich nicht, weil sie zu groß und unhandlich sind; sollten Sie nervös sein, überträgt sich das Zittern Ihrer Hände auf das Papier und wird so für alle sichtbar.

Selbst wenn es sich nur um eine kleine Idee und keinen Vortrag oder eine Präsentation im landläufigen Sinne handelt, sollten Sie auf Karteikarten nicht verzichten. Sie helfen Ihnen dabei, den roten Faden zu behalten und nichts Wesentliches zu vergessen.

Einwandbehandlung
Den Abschluss Ihrer Präsentation sollten mögliche Fragen der Zuhörer und eine Feedback-Runde oder eine Diskussion über die vorgestellte Idee bilden.

Da Sie sich ja bereits bei der Vorbereitung gründlich mit möglichen Einwänden und Hindernissen beschäftigt haben, brauchen Sie keine Befürchtungen zu haben: Sie können Sie entweder entkräftigen oder alternative Lösungen vorstellen. Sollte ein Einwand kommen, den Sie trotz intensiver Vorbereitung nicht bedacht haben und sie können spontan nichts erwidern, ist das auch kein Beinbruch: Erbitten Sie sich Bedenkzeit und vereinbaren Sie, dass Sie beim nächsten Meeting neue Informationen oder einen anderen Lösungsvorschlag präsentieren.

Vergessen Sie nicht, in Ihrer Präsentation auf die Teamleistung hinzuweisen, wenn andere an der Ideenfindung beteiligt waren. Anstatt immer nur "ich" sollten Sie auch mal "wir" einfließen lassen oder die beteiligten KollegInnen namentlich erwähnen.
 

Links

Ein augenzwinkernder Beitrag zum Thema Powerpoint-Präsentationen im Online-Magazin tempus creativ
Ein Kurzüberblick "Präsentationen professionell vorbereiten und erstellen"
www.projektmagazin.de

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Autorin
Annette Wachowski
Kontakt: annette.wachowski@ mediella.de