Juli 2003 > mehr verdienen > Selbstmarketing - Idee 1
 
Selbstmarketing: Vom Brainstorming bis zur Ausgestaltung einer Idee
Von Annette Wachowski
 
Sie haben eine Idee, wie in Ihrer Abteilung etwas verbessert werden kann. Um die Chancen zu erhöhen, dass Ihr Vorschlag angenommen wird, lohnt es sich, dass Sie sich etwas Zeit nehmen und die Idee ausarbeiten.

Schritt 1: Das Brainstorming
Eine Idee nimmt Gestalt in Ihrem Kopf an: Höchste Zeit alles zu notieren, was Ihnen dazu durch den Kopf schwirrt.

Dazu eignen sich

  • eine Liste, auf der Sie alle Gedanken unsortiert aufschreiben
  • das Mindmapping, in dem Sie vom zentralen Thema in der Mitte des Blattes aus Ihre Gedanken in Verzweigungen und Nebenästen festhalten (s. dazu die Linktipps)
  • eine Sammlung von Haftzetteln, die Sie auf ein großes Papier heften und im zweiten Schritt nach Belieben sortieren können

Beschränken Sie sich nicht und bewerten Sie nicht, schreiben Sie einfach alles auf, was Ihnen zum Thema einfällt.

Sollten Sie mit dem Brainstorming ins Stocken geraten, bitten Sie Kollegen hinzu oder diskutieren Sie Ihre Idee beim zwanglosen Kaffee in der Gruppe. Der Gedankenaustausch in der Gruppe trägt dazu bei, dass die Idee runder wird, denn jedes Teammitglied bringt andere Erfahrungen und anderes Fachwissen mit ein. Wenn Sie in der Gruppe brainstormen: Keine Diskussionen über Sinn und Unsinn eines Beitrages führen; es wird alles aufgeschrieben.

Lassen Sie Ihre Ideensammlung erst einmal ein bis zwei Tage liegen, bevor Sie mit dem Sortieren anfangen. Vielleicht sind Ihnen in der Zwischenzeit noch neue Einfälle gekommen, die Sie ergänzen sollten.

Schritt 2: Sortieren
Im zweiten Schritt sortieren Sie Ihr Mindmap oder Ihre Liste nach Themen. Dabei ergibt sich meistens schon eine Gliederung. Arbeiten Sie mit Farben, um das Ganze übersichtlicher zu gestalten.

Möglicherweise stellen Sie bei diesem Arbeitsschritt fest, dass nicht alle Gedanken direkt zu Ihrer Idee gehören - legen Sie sie beiseite, vielleicht wird später ein neues Projekt daraus.

Wenn es Punkte gibt, die fraglich sind, holen Sie sich Rat bei Kollegen, die das Fachwissen haben oder wälzen Sie die entsprechende Fachliteratur und ergänzen Sie die fehlenden Informationen.

Schritt 3: Die Ausarbeitung - Einwände bedenken
Das Grundgerüst für die Präsentation Ihrer Idee steht jetzt. Prüfen Sie nun, ob Sie die berühmten W-Fragen abgedeckt haben - wo? wer? was? wann? warum? - und ergänzen Sie gegebenenfalls fehlende Informationen.

Bevor Sie die Idee Ihrer Vorgesetzten oder im Team-Meeting vorstellen, sollten Sie sich eingehend mit den möglichen Hindernissen und Einwänden beschäftigen. Dieser Punkt ist sehr wichtig, denn an der mangelnden Berücksichtigung der Einwände des Teams oder der Vorgesetzten sind schon viele Vorschläge gescheitert.

Bedenken Sie jedes Hindernis, das der Realisation Ihrer Idee im Wege stehen könnte - und Ihre Gegenargumente oder alternativen Lösungsvorschläge dazu. Versetzen Sie sich in die Lage des Teams, Ihrer Chefin oder der Unternehmensleitung und bedenken Sie deren möglichen Einwände. Wenn Sie beispielsweise wissen, dass Ihr Vorgesetzter möglichst wenig Geld ausgeben will und die Umsetzung Ihrer Idee mit Kosten verbunden ist, stellen Sie eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf, um ihn zu überzeugen.

Fassen Sie alle Punkte in einer übersichtlichen Gliederung in Stichworten zusammen. Dieser Leitfaden dient als Grundlage Ihrer Präsentation, egal ob Sie Ihren Vorschlag schriftlich einreichen oder in Form eines Vortrages vorstellen (siehe dazu Teil 2 in dieser Ausgabe).

Exkurs: Ideenklau und wie Sie damit umgehen können
Sie haben ein tolle Idee, wie etwas in Ihrer Abteilung verbessert werden könnte oder wie das ins Stocken geratene Projekt wieder flott zu machen wäre. Ganz begeistert erzählen Sie beim Kaffee dem Kollegen Meier davon und ... im nächsten Team-Meeting verkauft er Ihre Idee als seine eigene und erntet den Beifall der Kollegen und ein Sonderlob von der Chefin. Na toll!
Kommt Ihnen das bekannt vor? Daran sollten Sie etwas ändern.

Was tun, wenn's passiert ist? Auf keinen Fall sollten Sie sich schmollend verziehen und von nun an Ihre Ideen für sich behalten. Das wird Ihrer Zufriedenheit im Job und der Atmosphäre im Team nur schaden.

Bitten Sie den betreffenden Kollegen um ein Gespräch unter vier Augen und erklären ihm sachlich, wie sich die Situation für Sie darstellt. Und dann geben Sie ihm die Möglichkeit, seine Sicht der Dinge zu erläutern. Entweder es handelt sich um ein ungewolltes Missgeschick und der Kollege ist sich gar keiner Schuld bewusst oder er hat sehr dünne Ausreden und es ist klar, dass sich hier jemand auf Ihre Kosten profilieren will.

Im ersten Fall sollte das Problem mit einer Entschuldigung aus der Welt geschafft sein. Im zweiten Fall sollten Sie klar und deutlich zu verstehen geben, dass Sie ein solches Verhalten teamunfähig und inakzeptabel finden. Denn so viel ist sicher: Wenn Ideenklau Schule macht, um beim Chef zu punkten, wird keiner mehr seine Ideen in zwangloser Runde diskutieren, aus Angst, dass ein anderer dafür das Lob einheimst. Was das für die Arbeit und für die Stimmung im Team bedeutet, ist klar, denn eine erfolgreiche Zusammenarbeit kann nur stattfinden, wenn sich alle gegenseitig vertrauen.

Vorbeugen können Sie, indem Sie selbstbewusst auftreten und jedem klar ist, dass Sie Frau genug sind, Ihre Ideen selbst vorzustellen.
 

Links

Mindmapping
www.zeitzuleben.de
Brainstorming
www.methode.de
www.brainstorming.co.uk (auf Englisch)

Buch-Tipp Selbstmarketing
Gitte Härter, Christine Öttl: Ich-Marketing
GU Ratgeber Karriere
ISBN: 3-7742-3614-3
EUR 12,90
Autorin
Annette Wachowski
Kontakt: annette.wachowski@ mediella.de