Juni 2005 > mehr netzwerken > Frauennetzwerk dib e.V.
 
Portrait des Frauennetzwerkes "deutscher ingenieurinnen bund e.V." - dib e.V.
Von Regina Kogler
 
Diesen Monat stellen wir Ihnen in dieser Rubrik das Frauennetzwerk "deutscher ingenieurinnen bund e.V." - dib e.V. vor.
Zusammen mit fib, dem Arbeitskreis "Frauen im Ingenieurberuf" organisiert der Verein vom 03.-05.06.2005 an der FH München den Ingenieurinnenkongress "Frauen - Technik - Netzwerk".

 
Name des Netzwerks

deutscher ingenieurinnen bund e.V. - dib e.V.

Seit wann besteht das Netzwerk?

Der dib wurde 1986 auf dem 12. Kongress "Frauen in Naturwissenschaft und Technik" in Oldenburg gegründet.

Handelt es sich um ein Branchennetzwerk?
Wenn ja, welche fachliche Ausrichtung sollten die Frauen haben?

Der dib ist ein Berufsverband für Frauen im Ingenieurberuf. Aber auch Technikerinnen oder Informatikerinnen, also Frauen ohne den Titel der Ingenieurin, werden als Mitglieder aufgenommen. Unser Ziel ist, gemeinsame berufliche, wirtschaftliche und auch kulturelle Interessen unserer Mitglieder zu wahren und nach außen hin zu vertreten.

Ist das Netzwerk regional oder überregional organisiert?

Beides. Der dib hat in ganz Deutschland Mitglieder. Einmal im Jahr findet eine überregionale Tagung mit anschliessender Vereinssitzung statt. Daneben gibt es in größeren Städten Ortsgruppen, die sich regelmäßig treffen und zusammen arbeiten: In Aachen, Berlin, Braunschweig/Wolfsburg, Bremen, Darmstadt, Hamburg, Hannover, Kassel, Kiel, Lörrach/Basel, München, Nürnberg/Fürth/Erlangen, Pfalz-Rhein-Neckar, Rhein-Ruhr, Rhön, Stuttgart und in Wiesbaden.

Zusätzlich gibt es überregionale Arbeitsgruppen zu fachlichen Themen. 1989 wurde der dib Mitglied im Deutschen Frauenrat. Das ist eine Vereinigung von über 50 Frauenverbänden und -organisationen, die auf der Ebene von Bundesrat, Bundesregierung und Verwaltung als politische Lobby für Frauen aktiv ist. Der dib ist außerdem Mitglied in verschiedenen Landesfrauenräten.

Gibt es eine Regionalgruppe in München?

Ja. Wir treffen uns einmal im Monat.

Wie findet das Networking statt? Online, offline, eine Mischung aus beidem?

Eine Mischung aus beidem. Wir treffen uns und wir kommunizieren auch über das Internet.

Wenn offline: Welche Art von Veranstaltungen/Treffen werden angeboten?

Es werden in den Regionalgruppen regelmäßige Treffen angeboten, in München beispielweise ein monatlicher Stammtisch. Unsere Aktivitäten sind sehr vielfältig. Auf Messen sind wir mit Ständen präsent. Wir unterstützen andere Frauenprojekte wie Girls'Day und Mentoring-Programme von Fachhochschulen und Universitäten. (Nicht nur) für Ingenieurinnen gibt´s ein Seminarprogramm. Wir organisieren auch Kongresse, wie den dib - fib-Kongress vom 03.-05.06.2005 in München.

Vierteljährlich veröffentlichen wir einen Rundbrief zu einem definierten Thema, der von einer Regionalgruppe erarbeitet und per Post verschickt wird.

Wenn online: Wie sieht das Networking aus?

Unsere Mitglieder erhalten regelmäßige Infomails. Außer der Kommunikation über E-Mails gibt es auf unserer Homepage Foren.

Welchen Nutzen haben die Mitgliedsfrauen von der Mitgliedschaft?

Der dib versteht sich maßgeblich als Basis für die Kommunikation gleichgesinnter Ingenieurinnen und Ingenieurstudentinnen und bietet auf diesem Wege jedem Mitglied die Chance, die persönliche Situation spürbar zu verbessern.

Der dib als gesellschaftspolitisch aktiver Frauenverein setzt sich ein für das Recht auf Selbstbestimmung und die tatsächliche Gleichstellung aller Menschen in Familie, Ausbildung und Beruf, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Alter, Familienstand, dem Dasein von Kindern oder der sexuellen Ausrichtung. Unabdingbare Grundlage hierfür ist die Schaffung und Durchsetzung geeigneter Gesetze, Maßnahmen und Mittel zur deutlichen Verbesserung der Situation von berufstätigen Frauen.

Seit 1949 ist das Gleichberechtigungsgebot für Mann und Frau im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert. Daraus leitet sich ein eindeutiger Anspruch auf gleiche Bildungs- und Berufschancen her. Trotzdem sind Frauen in technischen Studiengängen und Berufen stark unterrepräsentiert. Hier gelten immer noch hauptsächlich Männer als geeignet, während Frauen und Mädchen die Befähigung zu technischem Denken und Handeln unberechtigterweise im allgemeinen aberkannt wird.

Die Folge ist, dass viele junge Frauen eine solche Berufsausbildung für sich von vornherein ausschließen. Diejenigen, die sich trotz der Vorurteile für eine Ausbildung im technischen Bereich entscheiden, werden als einzelne Frauen unter vielen Männern gesondert wahrgenommen. Hier, wie auch im späteren Berufsleben werden die Leistungen von Frauen besonders kritisch betrachtet.

Der dib als Interessensverband von Ingenieurinnen setzt sich ein für die Erhöhung des Frauenanteils in technischen Bereichen, und zwar auf allen hierarchischen Ebenen. Dabei ist die Beeinflussung von Arbeitsinhalten, - methoden und -zielsetzungen, zum Beispiel im Hinblick auf die Folgeabschätzung technischer Entwicklungen oder auf interdisziplinäres Arbeiten ebenso ein wesentliches Ziel, wie die Abschaffung der strukturellen Ungleichheiten, denen Frauen unterworfen sind.

Kostet die Mitgliedschaft etwas? Wenn ja, wie viel?

Der Mitgliedsbeitrag beträgt EUR 90 pro Jahr. Studentinnen und Erwerbslose zahlen EUR 25 pro Jahr.

Gibt es eine Möglichkeit für Interessierte, das Netzwerk kennen zu lernen?

Ja. Gäste sind zum Münchener Stammtisch jederzeit willkommen. Die Ansprechpartnerin der einzelnen Regionalgruppen finden Sie über unsere Internetseite www.dibev.de.

Wie viele Mitgliedsfrauen hat das Netzwerk zurzeit?

Bundesweit sind es 400 Mitglieder, in Bayern sind es etwa 30.
 

Details
Ansprechpartnerin der Regionalgruppe München: Barbara Martin
E-Mail: rg-muenchen@dibev.de
Website: dib - deutscher ingenieurinnen bund e. V., www.dibev.de

Unsere Fragen beantwortete Christine Friedel von der Regionalgruppe München.

Verantwortliche Redakteurin
Regina Kogler
Kontakt: regina.kogler@ mediella.de