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Mentoring für junge Frauen im Studium - Yolante, ein Projekt der Siemens AG
Von Birgit Beichter
 
Die Zahlen lassen aufhorchen. 55% der AbiturientInnen sind weiblich, davon entscheiden sich ca. 10% für einen technischen Studiengang. Die Firma Siemens stellt jährlich rund 70% NaturwissenschaftlerInnen ein, davon 10% Frauen. Die geringe Zahl weiblicher Absolventinnen gründet oft auf veralteten Klischees und starren Rollenbildern: Frauen und Technik - zwei Gegensätze, ... Frauen können nicht logisch denken, ... Frauen interessieren sich nicht für mathematische Fächer und sind eher familienorientiert. Dabei bringen Frauen aufgrund ihrer schulischen Leistungen und Neigungen die gleichen Voraussetzungen mit wie ihre Männer. Frauen haben durch ihre Sozialisation Kompetenzen, die in der Arbeitswelt heute und in Zukunft sehr gefragt sind: Teamwork, Kommunikation, und vernetztes Denken und Management. Hier geht sehr viel kreatives Potenzial verloren.

Dies versucht die Siemens AG zu ändern. Im Rahmen des Projektes Diversity, was soviel bedeutet wie die Vielfalt im Unternehmen zu fördern, wurde im Herbst 2002 das Projekt Yolante gestartet. Das Young Ladies' Network of Technology unterstützt jährlich 100 Studentinnen auf ihrem Weg in einen technischen Beruf. Besonders wichtig ist die frühe Ansprache von Mädchen und die Sensibilisierung von Pädagogen in der Schule, sagt Ute Piepenbrock, die das Projekt Yolante koordiniert. Deshalb kooperiert Yolante mit Verbänden, Partner-Schulen und MINT Schulen (Mathemathik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).

Yolante bietet Studentinnen die Möglichkeit, Kontakte zur Wirtschaft aufzubauen, Netzwerke zu knüpfen und jede Menge Praxisluft zu schnuppern. Ein Mentoring Programm ermöglicht jeder Teilnehmerin die persönliche Betreuung durch eine Mentorin oder einem Mentor, die Kontakte herstellt und in allen Praxisfragen zur Seite steht. Eine virtuelle Kommunikationsplattform dient zum Informationsaustausch und Networking der Yolante Frauen. Die Vermittlung von Praktika und Werkstudentinnentätigkeiten erweitert den Erfahrungshorizont außerhalb des Hörsaals. Eigeninitiative ist gefragt. "Das Projekt ist ein Türöffner" sagt Ute Piepenbrock, "den Weg durch die Tür müssen die Frauen selbst gehen".

Zugangsvoraussetzungen für Yolante sind:

  • die Wahl eines technischen Studiengangs,
  • Kreativität, Freude an der Arbeit im Team,
  • Interesse an Auslandsaufenthalten,
  • eine gute Portion Ehrgeiz
Bewerbungen sind ab sofort für das Wintersemester 2003/2004 möglich.

"Gesellschaftlich haben wir noch ein gutes Stück Weg vor uns. Die Idee von Diversity und die Chancengleichheit in Schule, Studium und im Unternehmen muss vom Papier in die Köpfe vordringen" meint Ute Piepenbrock. Die Resonanz auf Seiten der Teilnehmerinnen und der Mentoren ist sehr positiv und bietet allen beteiligten Mehrwert für ihren Studien- und Arbeitsalltag.
 

Yolante
Internet: w4.siemens.de

Kontakt:
Siemens AG
CP G R
Ute Piepenbrock
80312 München
E-Mail: ute.piepenbrock@ siemens.com

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Autorin
Mit Ute Piepenbrock sprach Birgit Beichter
Kontakt: birgit.beichter@ mediella.de