Juni 2003 > mehr können > Coaching-Fördergeld
 
Lassen Sie sich Ihr Coaching vom Staat mitfinanzieren
Von Gisela Weber
 
Sie möchten sich coachen lassen? Werden Sie jetzt aktiv. Erfahrungsgemäß sind zur Jahresmitte zwei Drittel der öffentlichen Fördergelder schon vergeben.
Wenn Sie ein Gewerbe betreiben, kann das Förderprogramm der IHK eine interessante Möglichkeit für Sie sein.

IHK-Programm - Ein Förderprogramm für JungunternehmerInnen.
Das Förderprogramm ist für junge bayerische gewerbliche Unternehmen in der Existenzgründungs- oder Aufbauphase konzipiert.

Voraussetzungen sind zum Beispiel:

  • Höchstens seit drei Jahren ab Gründungs- oder Übernahmedatum auf dem Markt tätig
  • Mitarbeiter: maximal 250
  • Umsatz: nicht größer als 40 Mio. EUR, oder Bilanzsumme nicht über 27 Mio. EUR
  • Keine Beteiligung eines Großunternehmens mit mehr als 25% am Gesellschaftskapital
Überlegen Sie, wozu Sie Unterstützung brauchen.
Viele der AntragstellerInnen benötigen im Bereich Marketing/Vertrieb Hilfe oder stehen vor Investitionsentscheidungen. Auch Unternehmensführungs- und Organisationsfragen sind häufig ein Motiv, einen Berater aufzusuchen. Personalauswahl und Personalführung ist ein wichtiger Punkt für den Erfolg expandierender Unternehmen.

Coaching, das sich auf Rechts-, Versicherungs-, Steuerfragen und gutachterliche Stellungnahmen bezieht, ist nicht in diesem Förderprogramm der IHK enthalten.

Die Antragstellung ist einfach.
Sie nehmen als erstes Kontakt mit Ihrer örtlichen IHK auf (siehe Infobox). Wenn Sie selbst noch keinen Coach kennen, hilft Ihnen auch die IHK einen passenden zu finden. Hier bekommen Sie mehrere Adressen genannt, die für Ihr Problem in Frage kommen. Die Entscheidung treffen Sie selbst nach einem Erstgespräch.

Bei der IHK erhalten Sie Ihre Antragsformulare. Angaben über Ihr Unternehmen wie zum Beispiel Gründungsdaten, Geschäftsentwicklung der letzten drei Jahre, bereits genehmigte Zuschüsse, Ihr Unternehmenskonzept sowie über Ihren Lebenslauf sind notwendig.

Außerdem ist ein Formular zusammen mit Ihrem zukünftigen Coach auszufüllen, das Sie zu Ihrem Erstgespräch mitnehmen. Dieses etwa einstündige Gespräch ist in der Regel kostenlos. Es ist vor allem wichtig, um sich gegenseitig kennen zu lernen und entscheiden zu können, ob sie mit dem Berater zusammenarbeiten wollen.

Etwa sechs Wochen nach Einreichen der Unterlagen erfahren Sie von der IHK, ob Ihnen ein Zuschuss bewilligt wird.

Wichtig:

  • Werden Sie bald aktiv, denn um diese Jahreszeit sind meistens schon zwei Drittel der Gelder vergeben.
  • Eine nachträgliche Bezuschussung ist nicht möglich. Beginnen Sie Ihr Coaching daher erst nach Bewilligung durch die IHK.
Im Einzelcoaching bekommen Sie einen Tageszuschuss bis etwa 614 EUR. 20 Beratungstage innerhalb von drei Jahren, davon höchstens 10 Beratungstage in einem Jahr werden gefördert. 20% des Honorars müssen Sie selbst bezahlen. Als Förderung erhalten Sie pro Beratungstag 80%, höchstens aber rund 614 EUR bei Einzelcoaching und rund 900 EUR bei Gruppencoaching.
Die Honorare eines Coach variieren. Sie betragen durchschnittlich 120-150 EUR pro Stunde, zuzüglich Mehrwertsteuer.

Die Chemie zwischen Coach und Coachee muss stimmen.
Der Coach muss Erfahrung haben und auch eine sozial kompetente Persönlichkeit sein. Berufserfahrung ist also genau so wichtig wie eine Ausbildung und eine hohe Lebenserfahrung.

Coaching bedeutet enge Zusammenarbeit, auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Dazu ist gegenseitige Sympathie und Akzeptanz notwendig. Ob das vorhanden ist, spüren Sie meist intuitiv in Ihrem ersten Kontaktgespräch. Wenn es fehlt, sollten Sie auf alle Fälle mit mehreren Personen sprechen, bevor Sie sich für einen Coach entscheiden.

Das Ziel Ihres Coaching wird in einem gemeinsamen Beratervertrag festgelegt. Nach Abschluss schicken Sie den Kurzbericht Ihres Coach und Ihre eigene Beurteilung der Beratung zusammen mit der Rechnung an die IHK, die Ihnen dann den Zuschuss überweist.

Ein Coach legt Ihnen keine fertigen Lösungen vor.
Der Coach kann objektiv und wertneutral die Situation Ihres Unternehmens analysieren. Seine Aufgabe ist, mit Hilfe der richtigen Fragestellungen das Problem auf den Punkt zu bringen.

Ein Coach bietet Begleitung an. Tipps und Wege werden vorgeschlagen, aber die Lösung erarbeitet die Klientin selbst. Erinnern Sie sich an die Geschichte vom Fisch und dem Netz?
"Schenke jemandem einen Fisch und Du ernährst ihn einen Tag lang. Schenke ihm ein Fischernetz und Du ernährst ihn ein Leben lang." Coaching hilft beim Knüpfen des Netzes.

Offenheit und die Bereitschaft zur Selbstanalyse sollten Sie als Coachee mitbringen. Die Fähigkeit positive Kritik anzunehmen und sie als Entwicklungschance zu sehen und auch die Bereitschaft der Coachee neue Wege einzuschlagen ist für den Erfolg der Beratung sehr wichtig.

Die Flexibilität der Beratung ist ein großer Vorteil.
Die erarbeiteten Lösungen können bis zum nächsten Treffen in der Praxis umgesetzt werden. Wie viele Sitzungen und in welchen Abständen sie notwendig sind, ist individuell von der Problemstellung abhängig. Einige Coaching-Prozesse sind nach drei Monaten erfolgreich beendet, andere laufen über zwei oder mehr Jahre.

Nutzen Sie die angebotenen Fördergelder. Denn hier bekommen Sie eine weitere Möglichkeit, für einen geringen Eigenanteil eine Erfolgsstory - die Ihres Unternehmens - zu schreiben.
 

Gisela Weber
Beratungen & Seminare
Schwerpunkte: Kommunikation, Verkauf und Management.
Mitglied im Bundesverband ausgebildeter Trainer und Berater BATB.
Internet: www.giselaweber.de E-Mail: mail@giselaweber.de
Coaching-Programm der Bayerischen Industrie- und Handelskammern
Mit Unterstützung des Bayer. Staatsministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Technologie.

Ansprechpartner IHK München
Christian Hartmann
E-Mail: hartmann@ muenchen.ihk.de
Telefon: 089/ 5116-648

Informationen / Formulare / Downloads
www.ihk-muenchen.de

Infoblatt zum Coaching-Programm der IHK
mit Übersicht der Ansprechpartner in Bayern