Februar 2003 > weniger arbeiten > Beim Inder
 
Beim Inder
Von Katja Schwarz
 

Wenn wir keine Lust zum Kochen haben, gehen wir ins Ganga. Das Restaurant ist rot und ein bisschen plüschig und wirkt so gar nicht indisch, Hintergrundmusik und Dekoration sorgen jedoch für die passende Atmosphäre. Die Shiva- und Ganesha-Statuen werden zu Weihnachten und im Fasching mit den entsprechenden westlichen Utensilien ergänzt, was zu interessanten Kombinationen führt: statt des Christkindes sitzt dann der indische Elefanten-Gott unter dem Tannenbaum.

Als Appetizer bringt der Kellner zwei knusprig-dünne Pappadams, dazu Pfefferminz-Sauce, Mango-Chutney und Mixed Pickles. Diese Dips sind ziemlich scharf, machen aber Lust auf reich gewürztes Essen.

Die Karte ist klassisch nach Fleisch- und Geflügelsorten, vegetarischen Gerichten und Tandoori-Spezialitäten sortiert. Unentschlossene können ein Thali bestellen, das sind Kombinationen aus einem Currygericht, Gemüse oder Linsen, Gurkenjoghurt, Reis und Brot.

Meine Lieblingsspeise heißt Malai Kufta, das sind zwei kleine Gemüsebällchen in einer cremigen Sauce mit Nüssen und Rosinen. Sehr zu empfehlen sind auch die Linsen oder Kichererbsen; ohne viele weitere Zutaten, aber pikant gewürzt schmecken mir diese Gerichte immer wieder.
Meine Begleitung wählt meist ein Chicken-Curry, das immer sehr gut aussieht und genau so schmeckt. Dazu gibt es eine Platte mit Reis, den der Koch mit einem großen rosafarbigen Herz verziert. Eine ideale Ergänzung zu Reis und Curry ist eine Portion Gurken-Raita; das Joghurtgericht wirkt ausgleichend und angenehm kühlend bei einem scharfen Essen.

Der Service ist aufmerksam; die Kellner könnten freundlicher sein, merken aber schnell, wenn etwas fehlt, und die Speisen kommen manchmal fast zu zügig aus der Küche. Die kleinen Messing-Schalen werden auf Stövchen gestellt und die Teller sind vorgewärmt: so kann man langsam und genüsslich essen und auch den letzten Rest Sauce noch warm aus der Schüssel kratzen.

Zum Abschluss gibt es natürlich einen Mango-Schnaps und süße Fenchelsamen, die sind hübsch anzusehen und darüber hinaus sogar gesund: sie geben einen frischen Atem und helfen dem Magen.

Wieder draußen auf der zugigen Straße fasst man leicht den Vorsatz, öfter nicht zu kochen.
 

Details
»   Anschrift
Ganga
Baaderstr. 11
München-Isarvorstadt
Telefon: 089.201 64 65
 
»

Öffnungszeiten
Mo – Fr
11:30-15:00,
17:30 – 23:00
Sa, So
17:30 – 23:00

» Preise
Malai Kufta EUR 10,30
Thalis für zwei ab EUR 22,00
Joghurt Lassi EUR 2,60
   
Autorin
Katja Schwarz
Kontakt: katja.schwarz@ mediella.de