Januar 2003 > mehr wissen > PC-Komponenten 1
 
Computerwissen: Die wichtigsten PC-Komponenten (Teil 1)
Von Sabine Herrmann
 

Für die Gesamtleistung eines Computers sind das Zusammenspiel von Prozessor, Arbeitsspeicher, Festplatte und Grafikkarte und das Bussystem sehr wichtig. Schauen Sie beim Vergleich verschiedener PC-Angebote nicht allein auf den allerneuesten Prozessortyp.
In der aktuellen Ausgabe von mediella lesen Sie, auf welche Komponenten Sie beim PC-Kauf besonderen Wert legen sollten.
Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf einen normalen Standard-PC, nicht auf Notebooks. Hier gelten zum Teil andere Regeln.

Hauptplatine (Mainboard)
Herzstück jeden PCs ist die Hauptplatine. Dieses zentrale Bauteil trägt den Prozessor, den Arbeitsspeicher, Erweiterungskarten wie Grafikkarte oder Netzwerkkarte sowie alle Anschlüsse für sonstige Komponenten. Hauptplatinen sind nur für bestimmte Bauarten von Prozessoren und Arbeitsspeichermodule geeignet. Andere Komponenten könnten theoretisch von PC zu PC ausgetauscht werden.

Prozessor (CPU - Central Processing Unit)
Die wichtigsten Hersteller von Prozessoren sind AMD und Intel.
AMD gibt die Schnelligkeit der Prozessoren in Plus-Werten an (Quanti-Speed). Ansonsten wird die Geschwindigkeit in der Taktfrequenz (Anzahl der ausgeführten Arbeitsschritte pro Sekunde, gemessen in Gigahertz GHz) angegeben.
AMD Prozessoren sind preisgünstiger und heißen "Athlon" (neuester Typ: Athlon XP/2800) bzw. die billigere Variante "Duron".
Der Prozessor von Intel heißt "Pentium" (neuester Typ: Pentium 4 mit 2,8-3 GHz) bzw. die billigere Variante "Celeron".
Voraussichtlich Ende März 2003 wird mit "Athlon 64" von AMD die schnellste Desktop-CPU am Markt sein.

>> Tipp: Die heutigen Prozessoren sind so schnell, dass sie gar nicht voll ausgelastet werden können. Sie sparen viel Geld, wenn Sie nicht den am Markt neuesten Prozessortyp, sondern 1-2 Stufen darunter wählen.

Haupt- oder Arbeitsspeicher (RAM - Random Access Memory)
Weit verbreitete Speichermodule sind DDR-SDRAM (PC333 und PC400), ab Pentium 4 RDRAM oder RIMM (von Firma Rambus).
Die Speichergröße wird in Megabyte (MB) angegeben, die Zugriffszeit in Nanosekunden (ns). Wie viel Speicher maximal eingebaut werden kann verbirgt sich hinter den Angaben "aufrüstbar bis" 2 GB (und darüber).

Die Entwicklung heutiger Softwareprodukte ist so rasant, dass im Hinblick auf Updates ausreichend Speicher eingebaut werden sollte. Nachrüsten kostet Zeit, Mühe und manchmal viel Geld. Es gibt viele verschiedene Speichertypen, die keinesfalls gemischt werden können, sonst besteht die Gefahr von Fehlern bis hin zu PC-Abstürzen.
Die Speichermodule werden in Sockel auf die Hauptplatine gesteckt. Achten Sie darauf (je nach Modultyp), dass möglichst nur ein Speichermodul im PC steckt und Sie noch Plätze frei haben für eine spätere Erweiterung.

Bei Profi-Anwendungen kann zusätzlich ein schnellerer Zwischenspeicher (second level cache) empfehlenswert sein. Der Cache speichert zwischen Prozessor und eigentlichem Arbeitsspeicher (RAM).

>> Tipp: Empfohlene Speichergröße 512 MB. Welche Speichergröße aber überhaupt verwaltet werden kann, hängt vom Betriebssystem ab. Windows ME, zum Beispiel, verwaltet nur bis 256 MB RAM.

Front Side Bus
Im Zusammenspiel von Platine, Prozessor und Speicher ist diese Datenleitung besonders wichtig. Die Taktfrequenz beträgt 100 / 133 bzw. bis zu 533 MHz. Mehr Geschwindigkeit bedeutet mehr Leistung.

Festplatte (Harddisk)
Die wichtigsten Daten zu Festplatten sind:

  • Speichergröße: 60 GB bis max. 320 GB
  • Zugriffsgeschwindigkeit: 5 - 12 ms (je kleiner desto besser)
  • Umdrehungszahl: 5400 - 7200 U/Min und darüber. Je schneller, desto lauter.
  • Ab 7200 U/min wird eine Extrakühlung benötigt.

Die heutigen Programme, vor allem Bild- und Videodateien, sind wahre Speicherfresser. Wählen Sie die Festplatte daher lieber eine Dimension größer. Geräuscharme Platten haben zwar etwas weniger Leistung (geringere Umdrehungszahlen), dies ist jedoch in der Praxis kaum bemerkbar.
Bei häufiger Bild- und Videoverarbeitung sollten besser spezielle Platten ausgewählt werden.

>> Tipp: es gibt die Möglichkeit, externe Festplatten anzuschließen und im laufenden Betrieb wieder abzustecken. Dies kann zum Beispiel eine sinnvolle Lösung für Ihre Datensicherung sein.

BUS
Es gibt einen Address Bus, Data Bus und Control Bus. Das sind Datenleitungen zum Informationstausch zwischen Hauptplatine und den eingebauten Komponenten wie zum Beispiel Platte, CD-Rom, DVD.
Entscheidend ist die Busbreite, das heißt, wie viel Bytes gleichzeitig übertragen werden können. Für Steckkarten ist heute der PCI-Bus üblich (32 Bit breit), bei Grafikkarten AGP (64 Bit breit).

Controller
Zur Steuerung der verschiedenen Komponenten, wie zum Beispiel Festplatte und Diskettenlaufwerk, verbindet der Controller diese Geräte mit der Hauptplatine.
Der gebräuchlichste Standard ist IDE (Integrated Disc Electronic), in der weiterentwickelten Form E-IDE. Aktuell wird ein E-IDE Controller mit einem zusätzlichen Chip, ein so genannter Ultra DMA Controller oder Ultra-ATA, verwendet. Die langsamste Komponente bestimmt die Geschwindigkeit im BUS.
Höhere Übertragungsraten und mehr Zuverlässigkeit bietet SCSI (Small Computer Systems Interface). Hier können intern und extern, außer Festplatten, bis zu 15 Komponenten angeschlossen werden. Langsame und schnelle Komponenten können gemischt werden. Ein SCSI-System ist aber teurer und manches aufwendiger zu konfigurieren. Deshalb wird diese Technik außerhalb des Home-PC-Bereiches und eher bei Massenspeichersystemen eingesetzt.

Weiter zu Teil 2

Sabine Herrmann
DV-Kauffrau, Netzwerkadministratorin
Seit über 10 Jahren in ihrem Zweit-/Traumberuf in den Bereichen Netze, Systeme und Support tätig.
Ihr besonderes Anliegen: Technik soll dem Menschen nützen und ihn nicht verwirren. Sie wünscht sich mehr "Netzwerken" und Frauenpower in der Technik.
Links
Hardware-Tests
chip.de
PC-Welt
tecchannel
Vergleiche von Discounter PCs
Familien-PC (Einführung)

Beispiele einer gut gestalteten Hersteller-Seite
www.dell.de

Informationen zu Speichertypen
www.kingston.com

Infos zu Maus & Co
www.mausarm.de

Informationen zu
DVD und CD

Weitere Links siehe
Abenteuer PC-Kauf (Mediella Dezember)

Zeitschriften
c't magazin für computer technik
c't Nr. 25 2002 (DVD)
c't Nr 26 2002 (Systemcheck)
Autorin
Sabine Herrmann
Kontakt: bineherr@aol.com